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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Roman Pliske

Roman Pliske

Florian Russi

Germanist, Historiker, Verleger

Seine Liebe zu Büchern begann sehr früh. Der Vater war sehr belesen und hatte eine umfangreiche Bibliothek, die Mutter war Buchhändlerin. Der junge Roman nutzte es und griff neugierig nach allem, was für ihn erreichbar war. Mit 11 Jahren stieß er auf Alexander Solschenizyns „Matrjonas Hof“. Er las das Werk mehrmals und war immer wieder zu Tränen gerührt. Von da an wurde das Lesen für den gebürtigen Berliner zur bestimmenden Leidenschaft.

In Heidelberg studierte er Germanistik und Geschichte. Anschließend arbeitete er in München und Essen als Journalist für verschiedene Magazine. Nach Berlin zurückgekehrt arbeitete er als Redakteur für Publikationen des Deutschen Beamtenbundes (dbb). Zufällig sah er in einem Branchenmagazin eine Ausschreibung, mit welcher der Mitteldeutsche Verlag (mdv) in Halle einen neuen Geschäftsführer suchte. Der 1946 gegründete Mitteldeutsche Verlag war in der ehemaligen DDR einer der bekanntesten Buchverlage und hatte u. a. den Weltbestseller „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz und „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf herausgebracht. Die neuen Bundesländer, bekannte Namen, Sitz in Halle, das lockte Roman Pliske. Er bewarb sich und wurde sofort angenommen. Das war im Jahr 2004. Der Mitteldeutsche Verlag gehört heute zu einem Familienunternehmen, das in mehreren Branchen tätig ist. Dessen Chef, der den Verlag im Jahr 1997 aus Verbundenheit zur Stadt Halle gekauft hatte, hat Roman Pliske die volle Verantwortung übertragen. Das heißt, er muss Erfolg haben, und das ist in den sog. Neuen Ländern, die im früheren Deutschen Reich im Verlagswesen an der Spitze lagen, nicht leicht. Mit einem Programm aus Geschichts- und Reiseliteratur, politischen Sachbüchern, Publikationen mit regionalen Bezügen, aber auch Kunstbänden und schöngeistigen Werken schaffte es Pliske unter die führenden Verlage in Mitteldeutschland. Er begann mit kleinen Schritten und gibt heute die erstaunliche Zahl von 140 Büchern im Jahr heraus. Mutig und erfolgreich. Unter seinen Autoren stechen u. a. die Namen Lutz Rathenow, Christopher Ecker und Jürgen Jankofsky hervor.

Pliske verwendet viel Zeit damit, die Kontakte und Gespräche mit seinen Autoren zu pflegen und verfolgt mit großem Interesse die Themen, die in der Publizistik eine wachsende Rolle spielen könnten.Zusätzlich gründete er noch den Heidelberger Morio-Verlag als Tochterfirma des mdv.

Roman Pliske lebt mit seiner Partnerin in Halle und hat 5 Kinder. Auch in seiner Freizeit liegt ihm die Literatur am Herzen, und er befasst sich mit Kunstprojekten, Entdeckungen und Fotografie. Daneben kocht er gerne und liebt es zu reisen. Anleitungen dazu bieten ihm die Bücher seines Verlags zu Genüge. Immer wieder locken ihn Wien, Mailand, Portugal oder die Insel Hiddensee als Reiseziele.

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Fotos: Florian Russi

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