Halle-Lese

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Gestaltungsoptionen für einen zukunftsfähigen Arbeits- und Gesundheitsschutz im Pflege- und Dienstleistungssektor

P. Fuchs-Frohnhofen, T. Altmann, S. Schulz, L. M. Wirth, M. Weihrich (Hg.)

Die Pflegebranche ist für die Arbeitsforschung aus mehrern Gründen pragmatisch: Es existieren hohe Belastungen, dabei auch nach wie vor erhebliche körperliche, doch vorallem psychische. Zusätzlich steht die Pfegebranche vor dem Problem, dass immer mehr pflegebedürftige Menschen einer sinkenden Anzahl von Pflegefachkräften gegenübersteht. In der Publikation werden die Ergebnisse einer Zusammenstellung von Verbundprojekten aus dem BMBF mit dem Förderschwerpunkt "Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen" bereitgestellt.

Unser Leseangebot
Die Moritzburg

Die Moritzburg

Carolin Eberhardt

Einst zählte die Moritzburg zu den bedeutendsten Schlössern im Saalkreis. Vermutet wurde lange, das sie als Schutzburg im Jahr 806 von dem Sohn Karls des Großen erbaut wurde. Doch auch in der aus dem 19. Jahrhundert stammenden recherchierten Quelle ist der Autor davon nicht hinlänglich überzeugt und führt als Alternative der genannten Schutzburg Griebichenstein an. Eine andere Quelle berichtet davon, dass die Moritzburg erst 1484 errichtete wurde. Auf jeden Fall verlegte der Erzbischof Ernst aus dem Hause Sachsen wohl um 1500 die Residenz von Griebichenstein in die Moritzburg. Ihre Blütezeit sollte die Burg allerdings erst als Residenz unter Kardinal Albrecht von Brandenburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts erleben. Prachtvoll ausgestattet war das Anwesen, doch wurde es im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört und in dem Zeitraum der darauffolgenden 250 Jahre sich selbst überlassen und nicht wiederaufgebaut. Zwar wurde die Moritzburg im 18. Jahrhundert als Garnison genutzt, des Weiteren existierten Pläne Karl Friedrich Schinkels aus dem 19. Jahrhundert, die den Ausbau als Universität beabsichtigten, aber nie Umsetzung fanden. Erst um 1900 erfolgte die Wiederbelebung des Bauwerkes mit dem Einzug des Kunstmuseums der Stadt Halle, welches dort bis 1917 untergebracht war. Hier waren zunächst nur kunsthandwerkliche Bestände des Landes Sachsen-Anhalt ausgestellt, ab 1920 wurde die Sammlung um moderne Plastiken und Gemälde erweitert.

Die „Zeitschrift für Bauwesen“ aus dem Jahr 1891 gibt sehr anschaulich wieder, in welchem Zustand sich die Moritzburg noch kurz vor der Jahrhundertwende befunden hat. Der Autor nimmt den Leser mit auf einen Rundgang durch die Ruine. Ihre „starken Mauern, ihre gwaltigen Thürme und Thore“ waren dennoch erhalten, sie wird als „trotzige Feste“ beschrieben. Auch die Zeitschrift beruft sich auf eine Grundsteinlegung im Jahr 1484 durch den Erzbischof Ernst von Magdeburg. Den Namen erhielt das Gebäude von dem heilien Moritz, Magdeburgs Schutzpatron. Der Bau der Burg hatte für die Bewohner Halles allerdings einen bitteren Beigeschmack, ließ der Kirchenfürst diese doch hauptsächlich errichten, um seine Macht zu demonstrieren, die er sich kurze Zeit zuvor, im Jahr 1479, erst errungen hatte. Der größte Teil des Gebäudes wurde bis 1509 fertig gestellt und kostete 150.000 Gulden. Bereits 1503 war die Fertigstellung so weit vorangegangen, dass der Erzbischof am 25. Mai Einzug halten konnte. Eine Besonderheit des spektakulären Bauwerkes stellt aber die Kappelle dar, die erst später errichtet und mit Reliquien, Gefäßen und Bildsäulen in einem Wert von 20.000 Gulden ausgestattet wurde. Geweiht wurde die Kapelle der Heiligen Maria Magdalena.

Das heutige Museum nutzt alle vier Flügel der Moritzburg. Seit 2008 verfügt das Gebäude über einen modernen Erweiterungsbau im West- und Nordflügel. Die heute darin zu sehende Dauerausstellung, welche ihren Schwerpunkt auf die klassische Moderne legt, hält unter anderem die Dauerleihgabe der Sammlung Herrmann Gerlingers sowie des Werks von Lyonel Feininger vor. Aber auch die Kunst und das Kunsthandwerk des 19. Jahrhunderts sind mit Exponaten und einer Präsentation hier vertreten. Des Weiteren finden sich in der sogenannten Westbox unter dem Dauerausstellungsbereich Moderne Zwei im zweiten Obergeschoss eine Sammlungspräsentation anlässlich 100 Jahre Leuna-Werke. Seit 2016, zum 110. Geburtstag des halleschen Malers und Grafikers Albert Ebert befindet sich in der Moritzburg das Albert-Ebert-Kabinett, welches zahlreiche seiner Gemälde zeigt. Ergänzt wird die sehr umfangreiche Dauerausstellung durch verschiedene Sonderausstellungen.

 

Adresse:

Friedemann-Bach-Platz 5

06108 Halle (Saale)

 

Öffnungszeiten:

Mo/Di/Do/Fr/Sa/So       10:00 – 18:00 Uhr

Mi                                geschlossen

 

Weitere Informationen: 

https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/ 

 

*****

Textquellen: 

Hertzberg, Gustav Friedrich: Geschichte der Stadt Halle an der Saale von den Anfängen bis zur Neuzeit, I.: Halle im Mittelalter, Halle a. S.: Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, 1889.

Kirchhoff, Alfred (Hrsg.): Archiv für Landes- und Volkskunde der Provinz Sachsen nebst angrenzenden Landestheilen, im Auftrag des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erdkunde, 6. Jg, Halle a. S.: Verlag von Tausch & Grosse, 1896., S.19

Kirchhoff, Alfred (Hrsg.): Archiv für Landes- und Volkskunde der Provinz Sachsen nebst angrenzenden Landestheilen, im Auftrag des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erdkunde, 3. Jg., Halle a. S.: Verlag von Tausch & Grosse, 1893.

Sarrazin, Otto; Hossfeld, Oskar: Zeitschrift für Bauwesen: herausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Jahrgang XLI, Berlin: Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, 1891, S. 11 ff.

> https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/museum-ausstellungen/die-moritzburg/< abgerufen am 30.08.2023.  

> https://www.architektur-blicklicht.de/artikel/ausstellungen/kunstmuseum-moritzburg-halle/< abgerufen am 30.08.2023.

 

Foto: Carolin Eberhardt.

 

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