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Christoph Werner

Buckingham Palace
Roman

Durch Zufall gerät Weimar in das Blickfeld des britischen Geheimdienstes, als dieser versucht, die englische Monarchie vor den Offenbarungen ihrer eigenen Vergangenheit zu schützen. - Ein spannender Roman, der den Leser in die Welt der Macht führt. Dabei wird ihm einiges abverlangt, denn die Handlung ergibt sich aus einem Puzzle von Szenen und erfordert detektivisches Gespür.

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Richard von Volkmann-Leander

Richard von Volkmann-Leander

Uta Plisch

Richard von Volkmann-Leander

Richard von Volkmann-Leander war Chirurg und Schriftsteller, Ehrenbürger von Halle.

Volkmann als Corpsstudent, 1851
Volkmann als Corpsstudent, 1851

 

Er verbrachte seine Jugendzeit in Dorpat (Estland). Sein Vater war Professor der Medizin, und auch der Sohn studierte ab 1850 Medizin in Halle, Gießen und Berlin. 1854 promovierte er zum Dr. med. Während seiner Studienzeit wurde er Mitglied der Corps Starkenburgia und Marchia Halle.

Bei Prof. Ernst Blasius an der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle, der einen hervorragenden Ruf als Chirurg besaß, habilitierte er sich 1857. Während dessen langer Erkrankung vertrat er ihn und leitete die Klinik. Nach der Rückkehr von Blasius verließ er die Klinik wegen der Verschlechterung des Arbeitsklimas und eröffnete in Halle eine Allgemein-Praxis. Bereits 1863 kehrte Volkmann-Leander als außerordentlicher Professor an die Universität zurück.

Später nahm er als Chefarzt des Lazaretts Trautenau in Böhmen am Krieg gegen Österreich (1866) teil (Preußisch-Deutscher Krieg), eine Auseinandersetzung des Deutschen Bundes unter Führung Österreichs mit Preußen und dessen Verbündeten, der zu einer Vormachtstellung Preußens führte. Im vier Jahre darauf folgenden Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war er als konsultierender Generalarzt beim IV. Armee-Korps und später an der Maas und bei der Südarmee eingesetzt.

Richard von Volkmann-Leander zählt zu den bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Er begründete die moderne wissenschaftliche Orthopädie und führte als erster deutscher Arzt die antiseptische Wundbehandlung mit Karbol ein. Dadurch stieg die Überlebenschance bei Operationen stark an und machte überhaupt erst komplizierte Eingriffe möglich. Er erhielt viele Rufe an andere Universitäten, aber da er den Neubau der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle selbst entworfen hatte nach seinen Vorstellungen, lehnte er sie alle ab. Er gehört zu den Gründern der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 1872. Viele Jahre war er ihr Vorsitzender. Ihm zu Ehren wird die Volkmann-Medaille von der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung jährlich an herausragende Chirurgen verliehen. Kaiser Wilhelm I. erhob ihn 1885 in den Adelsstand. Selbst Papst Pius IX bestellte ihn zu sich nach Rom, um seine Dienste in Anspruch zu nehmen. 1882 wurde er Ehrenbürger der Stadt Halle.

Literarisch betätigte er sich unter dem Pseudonym Richard Leander. Wichtigstes Werk ist die Märchensammlung „Träumereien an französischen Kaminen", die er während eines Einsatzes im Krieg gegen Frankreich schrieb.

In einer Würdigung durch Prof. Bernd Gay, Würzburg, der aus dem Fachgebiet der Chirurgie des 19. Jahrhunderts über Leben und Leistung des „Chirurgen und Poeten" Richard von Volkmann Leander referierte, heißt es:

"Eine einzigartige Doppelbegabung" ließ den Mediziner daneben unter dem Pseudonym Richard Leander als Verfasser von Gedichten und Liedern, vor allem aber einer Sammlung von 22 Kunst- und Volksmärchen unter dem Titel "Träumereien an französischen Kaminen" hervortreten. Dies brachte ihm "hohen literarischen Ruhm" und mehr als 300 Auflagen mit weit über einer Million gedruckter Exemplare ein."

Richard von Volkmann infizierte sich im Deutsch-Französischen Krieg mit Syphilis. Daraus entwickelte sich ein schleichendes Rückenmarksleiden, er hatte oft heftige Schmerzen. Dadurch war er in der Ausübung seines Berufs schwer eingeschränkt und musste häufig Pausen einlegen. 1889 starb er in Jena an einer Lungenentzündung. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Stadtgottesacker in Halle (S.).

Im September 2001 gründete sich der Volkmann-Verein in Halle. Er setzt sich für die Erhaltung des Denkmals Richard von Volkmann-Leanders ein, welches vor den Universitätskliniken in der Magdeburger Straße steht.

Liste seiner Märchen:

  • Die künstliche Orgel
  • Goldtöchterchen
  • Vom unsichtbaren Königreiche
  • Wie der Teufel ins Weihwasser fiel
  • Der verrostete Ritter
  • Von der Königin, die keine Pfeffernüsse backen, und dem König, der kein Brummeisen spielen konnte
  • Der Wunschring
  • Die drei Schwestern mit den gläsernen Herzen
  • Sepp auf der Freite
  • Heino im Sumpf
  • Pechvogel und Glückskind
  • Das Klapperstorch-Märchen
  • Wie sich der Christof und das Bärbel immer aneinander vorbeigewünscht haben
  • Die Traumbuche
  • Das kleine bucklige Mädchen
  • Der kleine Vogel
  • Die himmlische Musik
  • Der kleine Mohr und die Goldprinzessin
  • Von Himmel und Hölle
  • Der alte Koffer

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Bildquellen: Wikipedia

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