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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Christiane Budig

Christiane Budig

Ines Schliebs

Marmor, Stein und Glas (zer)bricht ...

wenn Ihnen mitunter Hunderte von Tellern, Blumentöpfen oder anderweitig Entbehrlichem vor die Füße poltern. Der Brauch besagt jedoch, auf Glas als Scherbenspender zu verzichten, da ansonsten Unheil drohe. Manchmal hält die Liebe dennoch nicht länger als das gemeinsame Geschirr, Glück und Glas - wie leicht bricht das!

Lange bevor Menschen jedoch daran dachten, ihrer Liebe einen rechtlichen Rahmen zu geben, befassten sie sich mit einem anderen Stoff. Nicht älter als die Liebe, aber ebenso zerbrechlich wurde Glas bereits 1400 v. Ch. in Ägypten zu Gefäßen verarbeitet und kein Museum dieser Welt könnte die vielfältigen Gegenstände beherbergen, die über ihre reine Funktionalität hinaus von kunsthandwerklicher oder künstlerischer Bedeutung sind. Faszinierend und für Kunstsammler begehrt sind heutzutage nicht nur antike Glasperlen und Amulette, sondern ebenso Objekte zeitgenössischer Glaskunst.

2003, zum 10. Mal wird der internationale Glaskunstpreis Jutta Cuny-Franz Memorial Award verliehen. Preisträgerin ist die seit 1985 in Halle lebende Künstlerin Christiane Budig. Seit ca. 15 Jahren gilt das Interesse der Burgabsolventin u.a. der Arbeit mit farblosem Glas. Fragt man sie, warum es nicht ein bisschen bunter zugeht, wird man die Antwort erhalten, dass ihre Faszination für farbloses oder weißes Glas mit dessen vielschichtiger Wirkungsweise einhergeht, zart fragil bis hin zu schroff anmutend.

Vielschichtig ist auch die Künstlerin.

"Die große Reise" - 2000, Material: Glas und Metall
"Die große Reise" - 2000, Material: Glas und Metall

Ihre Objekte, häufig Materialkombinationen von Glas mit Metall, Stoff und Gummi, aber auch ihre grafischen Arbeiten erzählen von Wünschen und Träumen, von Resignation und Hoffnung gepaart mit Neugier und Märchenhaftem. Phantasiegebilde knüpfen förmlich ein Konstrukt fiktiver Geschichten - für jeden ganz eigen les- und deutbar. Ob in Halle, München, Straßburg, Bornholm, Prag oder auch New York, wer ihre Installationen, einzeln oder in Gruppen betrachtet, wird spüren, dass es ihr in ihrem künstlerischen Schaffen um das Thematisieren von ganz individuellen Wahrnehmungen, von Ängsten, Wünschen und Träumen geht, und immer um die Frage:

Wo stehe ich mit meiner Zerbrechlichkeit?

 

Marie 4 Jahre
Marie 4 Jahre

Zerbrechen können bekanntlich nicht nur Spiegel und Gläser, sondern auch Menschen, Große und Kleine. Weil die Seele ein Zuviel zu tragen hat, weil Wünsche und Träume an der Realität scheitern, weil....mitunter gibt es keine Antworten darauf. Aber es gibt Menschen, die anderen helfen, gerade dort wo Worte fehlen, einen Ausdruck für das zu finden, was sie beschäftigt. Und so arbeitet die Künstlerin und Kunsttherapeutin in einem vom Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen-Anhalt initiierten Projekt („Seelensteine") für Kinder psychisch kranker Eltern.

Schier unerschöpflich in ihrer Phantasie begibt sich die Künstlerin stets auf die Suche nach Neuem, verknüpft und reist gedanklich durch die Welt. Gelandet ist sie 2009 auch als Illustratorin des Kinderbuches „Georg Friedrich Händel - Eine Deutsch-Englische Geschichte" (Projekte-Verlag 188; Auflage: 1 (15. April 2009), ISBN-10: 3866346999)

Spannend ist und wird es mit Christiane Budig jederzeit, als Mitglied der halleschen Robert-Franz-Singakademie kann man sie übrigens nicht nur sehen, sondern auch hören und ab und zu trifft man sie mit Freunden im halleschen Giebichensteinviertel bei einem Glas Wein, wohl wissend, dass rund 20 Prozent des Genusses mit dem richtigen Glas zusammenhängen.

 

Fragebogen: Christiane Budig

Frage:  Wann waren Sie das erste Mal in Halle?
Antwort: als 5jährige im Zoo
Frage:  Haben Sie einen Lieblingsplatz in Halle? (Lieblingsgebäude, Lieblingscafé oder Ähnliches)
Antwort: Amtsgarten und Klausberge
Frage:  Wer ist für Sie die bedeutendste Person in Halle? (der Vergangenheit und/oder der Gegenwart)
Antwort: Georg Friedrich Händel
Frage:  Welche Projekte o. ä . haben Sie in Halle durchgeführt?
Antwort: Einzelausstellungen im Landeskunstmuseum Staatliche Galerie Moritzburg und in der Galerie Marktschlößchen, verschiedene künstlerische Schulprojekte sowie kunsttherapeutische Projekte

Persönliches:

Frage:  Wo ist Ihre Heimat? Was verbinden Sie mit ihrer Heimat?
Antwort: Heimat ist da, wo ich mich wohl und geborgen fühle
Frage:  Was ist für Sie das größte Glück?
Antwort: die Frage nach dem „größten" Glück ist wohl erst am Ende eines Lebens zu beantworten
Frage:   Welche Ziele haben Sie bisher erreicht?
Antwort: ich wollte schon als 5jährige „Zeichenkünstlerin" werden und meine Eltern nahmen es damals nicht ernst
Frage:   Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?
Antwort: einmal Neuseeland bereisen
Frage:  Haben Sie schon einmal etwas bereut?
Antwort: natürlich, das gehört zum Leben dazu
Frage:  Was war für Sie ihr größter Erfolg?
Antwort: wenn ich koche (lacht) und mein Mann lobt mich
Frage:  Welches Land, das Sie bisher besucht haben, war für Sie das Beeindruckendste (und warum)?
Antwort: die kargen Berge von Istrien
Frage:  Welches Land möchten Sie unbedingt noch besuchen (und warum)?
Antwort: hatte ich schon erwähnt
Frage:  Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Antwort: da kann ich mich nicht entscheiden, das wäre wohl eher eine Bibliothek oder mein Skizzenblock
Frage:  Beabsichtigen Sie, selbst noch ein Buch zu schreiben?
Antwort:  nein, aber zu illustrieren

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Fotos: Christiane Budig